Was du über Anal-Piercings wissen solltest
Intim-Piercings gehören zu den individuellsten Formen der Körpermodifikation. Während bekannte Varianten wie das Christina- oder Prinz-Albert-Piercing öfter im Gespräch sind, gibt es auch diskretere, aber nicht weniger bedeutungsvolle Formen: Das Guiche-Piercing (für Männer) und das Fourchette-Piercing (für Frauen) sind zwei Varianten aus dem Bereich der sogenannten „Analnähe-Piercings“, die sowohl ästhetische als auch sensorische Aspekte vereinen.
In diesem Beitrag beleuchten wir beide Piercings aus der Sicht eines professionellen Piercers: von der Anatomie bis zur Pflege – sachlich, sicher und kompetent.
🧷 1. Das Guiche-Piercing – Intim, maskulin, traditionsreich
Was ist ein Guiche-Piercing?
Das Guiche-Piercing wird durch die Hautfalte zwischen dem Hodensack und dem After gestochen – auch bekannt als Damm oder Perineum. Es zählt zu den erotisch-intimen Piercings im männlichen Bereich und wurde unter anderem durch Bodymod-Subkulturen wie die BDSM-Szene bekannt. Heute wird es von Männern jeder Orientierung gewählt, die Wert auf ästhetische Intimmodifikation legen.
Vorteile & Reizpunkte
- Sensorisch intensiv – viele Träger berichten von erhöhter Reizbarkeit im Intimbereich
- Optisch besonders – dezent, aber wirkungsvoll
- Kombinierbar – mit anderen Intim-Piercings wie Hafada, Frenum oder Scrotum
Heilung & Pflege
- Abheilzeit: ca. 6–12 Wochen
- Ersteinsatz: BCR (Ball Closure Ring) oder Barbell aus Titan
- Pflege: tägliche Reinigung mit steriler Kochsalzlösung, luftige Kleidung, kein Geschlechtsverkehr oder Schwitzen für 2 Wochen
Wichtig: Aufgrund der Position ist Hygiene entscheidend. Regelmäßiges Sitzen, Sport und enge Kleidung können den Heilverlauf beeinträchtigen. Ein erfahrener Piercer sollte hier individuell beraten.
🧷 2. Das Fourchette-Piercing – Feine Modifikation im weiblichen Intimbereich
Was ist ein Fourchette-Piercing?
Das Fourchette-Piercing wird am hinteren Scheideneingang gestochen – an der sogenannten „Vierchette“, der kleinen Hautfalte zwischen Vulva und After. Es ist ein selteneres Piercing, da nicht alle Anatomien es zulassen. Wird es gestochen, kann es eine besonders elegante, fast versteckte Modifikation sein.
Vorteile & Empfindungen
- Ästhetisch dezent – kaum sichtbar, aber wirkungsvoll
- Sensorisch sensibel – manche Trägerinnen berichten von verstärkter Lustempfindung
- Besondere Symbolik – viele wählen es als Zeichen für Selbstbestimmung über den eigenen Körper
Heilung & Pflege
- Abheilzeit: 4–8 Wochen
- Schmuck: Labret oder Ring aus Titan, je nach Anatomie
- Pflege: Sanfte Reinigung, kein Tampongebrauch oder penetrativer Sex während der Heilung
Hinweis: Vor dem Stechen wird individuell geprüft, ob die Hautfalte ausreichend vorhanden und geeignet ist. Ein erfahrener Piercer oder eine Piercerin muss hier mit viel Fingerspitzengefühl arbeiten.
❗️Analnähe-Piercings: Wichtige Hinweise & Verantwortung
Beide Piercings gehören zu den sogenannten „High-Risk-Piercings“. Nicht, weil sie gefährlich sind – sondern weil sie besondere Sorgfalt verlangen:
- Nicht auf Festivals oder im mobilen Studio
- Immer unter absolut sterilen Bedingungen
- Individuelle Beratung Pflicht
- Nur auf Anfrage bei ausgewählten Piercern mit Intim-Erfahrung
Diese Piercings werden bei COSMOS4YOU nicht im Rahmen von Festivals oder mobilen Einsätzen gestochen, sondern ausschließlich nach persönlicher Beratung und unter kontrollierten Studio-Bedingungen – sofern überhaupt möglich. Diskretion und Vertrauen stehen hier an erster Stelle.
Fazit: Persönlich. Sensibel. Professionell.
Guiche- und Fourchette-Piercings sind besondere Formen der Intimmodifikation – sie verlangen Expertise, Vertrauen und Achtsamkeit. Wer sich für diese Piercings entscheidet, wählt eine individuelle Form von Ausdruck, die weit über das Visuelle hinausgeht.
Ob aus ästhetischen, erotischen oder persönlichen Gründen: Wichtig ist eine fundierte Aufklärung, ein erfahrener Piercer und eine achtsame Pflege.

